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Tag 3: 17.07.2006 (86 km): die ersten Pässe und die Grenzüberquerung
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Nach einer angenehm ruhigen Nacht starteten wir gegen 10:30 Uhr unsere heutige Etappe. Mäfju hatte noch frisches Wasser von einer Quelle geholt und dann ging es sogleich 100 Höhenmeter nach unten. Anschließend stieg die Straße wieder an. Zum Glück führte sie durch ein bewaldetes Gebiet, sodass wir nicht so stark ins Schwitzen kamen. Mäfju hatte auch heute mehr Power als ich und hatte mir auf dem 520 Meter hohen Pass gute fünf Minuten abgenommen. Als auch ich oben angekommen war, genehmigte ich mir einen tiefen Schluck aus der Trinkflasche. Gemeinsam konnten wir uns über den gelungenen Etappenstart freuen: vier Kilometer und 300 Höhenmeter innerhalb von 30 Minuten. Bis nach nächsten Ort Losaka ging es nur bergab. Wir hatten das Panorama der Pyrenäen direkt vor uns. Zudem war strahlend blauer Himmel und mehr als 30 °C im Schatten.





Nach der rasanten Abfahrt konnten wir in Losaka einkaufen gehen. Wir holten Äpfel, Tunfisch und etwas zu trinken. Alles zusammen kostete sieben Euro, was für einen Tante Emma Laden in der Provinz recht günstig war. Auf der Karte hatten wir uns eine Route durch die Berge ausgesucht um abzukürzen. Das dies eine falsche Entscheidung war, merkten wir jedoch erst am frühen Nachmittag. Im Moment waren wir guter Dinge und verließen Losaka über die NA4000 nach Osten. Weiter ging es auf der N121A nach Süden und später auf der weißen NA4400 nach Osten. Nach der Überwindung einer kleinen Kuppe, hatten wir Exalor erreicht. Mäfju war ohne Karte vorn gefahren. Ich folgte der Hauptstraße durch den Ort bis ich nach einem Kilometer bemerkte, dass ich falsch war. Ich drehte um und wollte Mäfju Bescheid geben. Dummerweise war sein Handy ausgeschaltet. Ob er richtig oder falsch gefahren war, wusste ich nicht. Ich ließ mir die richtige Straße von zwei Passanten nennen und radelte an einigen Feldern vorbei. Nach einem Kilometer kam ein steiler Anstieg. Nachdem ich die steile Rampe überwunden hatte, versuchte ich erneut Mäfju zu erreichen. Glücklicherweise ging er diesmal an sein Handy. Auch er war falsch gefahren und war bereits acht Kilometer stetig bergan gefahren. Nun musste er umdrehen und radelte zu mir. Ich wartete zehn Minuten auf ihn. Nach einer kurzen Verschnaufpause, radelten wir weiter bergan. Dummerweise erschwerte und die schlecht asphaltierte Straße und die sengende Hitze die Fahrt. Gegen 14 Uhr suchten wir Schutz unter einem Schatten spendenden Baum. Es gab eine kleine Stärkung bestehend aus Fisch mit Baguette. Ein Blick auf mein Thermometer verriet: es waren 39 °C im Schatten. Etwas gestärkt, konnten wir den nächsten Sattel auf einer Höhe von 522 Meter Höhe überwinden, um anschließend wieder auf 225 Höhenmeter runter zu rollen. Vor dem nächsten Anstieg fanden wir glücklicherweise einen Bergbach, wo wir auch unsere Trinkflaschen auffüllen und uns erfrischen konnten.
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Conrad während der Abfahrt
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Conrad in Losaka
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Baskische Flagge in Losaka
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Conrads Rad vor einem schicken Haus
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Transparent für einen Baskenstaat
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Anti-ETA Schild
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Als nächstes stand der Puerto de Otxo auf dem Programm. Er lag auf 602 m über NN. Mäfju zog wie immer kräftig an. Nach zwanzig Minuten musste er der Hitze Tribut zollen. Ich konnte erstmals an ihm vorbei radeln und einen Pass als Erster erklimmen. Mir schien die Hitze nicht so viel auszumachen. Bei dem Pass suchte ich mir ein schattiges Plätzchen unter einem Baum und checkte meine SMS. Nachdem auch Mäfju den Pass erreicht hatte, füllten wir uns Radflaschen auf und rollten auf einer gut asphaltierten Straße bis auf 220 Meter Höhe nach Erratzu. Es ging anschließend durch ein Tal. Nach wenigen Kilometern stieg die Straße bis zum Puerto de Izpegui an. Dies war zugleich der letzte Pass des heutigen Tages und er befand sich auf 690 Meter Höhe. Es war immer noch sehr heiß. Wir arbeiteten uns gemeinsam die zahlreichen Serpentinen nach oben. Jeden kleinen Schatten nutzend, kamen wir trotzdem sehr schnell ins Schwitzen. Zur Abkühlung goss ich mir eine meiner Trinkflachen über den Kopf aus dies brachte zumindest für den Moment Abkühlung. Mit nur geringen Zeitabstand erreichten wir dann den Grenzpass zwischen Spanien und Frankreich. Der Blick nach Frankreich war sehr gut, denn die Nachmittagsonne stand günstig und so konnte ich einige nette Bilder machen.






Nach dem Genuss einer Cola und einigen entspannenden Minuten auf einer Wiese, rollten wir den Berg 600 Höhenmeter nach unten. In St. Etienne kauften wir ein. Wir hatten Glück, denn wenige Minuten später wäre Ladenschluss gewesen (18:30 Uhr). Mäfju holte Baguette, Käse und Fisch. Über die D15 radelten wir nach St. Jean Pied de Port, was einen sehr schönen historischen Altstadtkern besaß. Hinter der Ortschaft entschieden wir uns, einen Zeltplatz aufzusuchen, denn wir wollten uns wieder einmal duschen und in der Umgebung gab es keinen See. Der Zeltplatz war gepflegt und es kostete für uns zusammen nur 8,90 Euro. Die sanitären Anlagen waren sehr gut in Schuss. Endlich wieder sauber, aßen wir Abendbrot vor dem Zelt. Die ersten mittleren Pässe waren erklommen und wir schliefen in freudiger Erwartung auf die nächsten Bergprüfungen gegen 23 Uhr ein.


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Statistik zum 03ten Tag
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Vormittag
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Nachmittag
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Tageskilometer
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86,27 km
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Gesamtkilometer
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257,80 km
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Höhenmeter
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1738 (3906) |
maximale Höhe
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690 Meter |
Durchschnittsgeschwindigkeit
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15,1 km/h |
reine Fahrzeit
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5:41:12 h (14:53:01 h)
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Start
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10:40 Uhr
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Ziel
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20:30 Uhr |
TopSpeed
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53,7 km/h
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Temperatur
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27 - 39 °C |
Übernachtung
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Zeltplatz bei Pied de Port
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Übernachtungshöhe
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178 m über NN |
Trinken
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8,0 Liter Wasser
1,0 Liter Cola
1,0 Liter Saft
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Stärkungen
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2/3 Tüte Haribo
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Ausgaben
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9,0 Euro für Einkauf
4,5 Euro für Zeltplatz |
Tag 2 / Tag 4
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