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Tag 11: 20.09.2005 (137 km): die erste Wiese nach 1200 km
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Ich stand heute 7:10 Uhr mit dem Wecker auf, da Passion bereits 8 Uhr in die Uni musste. Sie war wegen der Feiertage zu ihren Eltern gefahren und ist ansonsten meistens in der Uni. Nach dem Frühstück fuhr sie los und ihr Vater half mir noch, meine Sachen ans Rad zu packen. 8:20 Uhr kam auch ich heute weg. Ich wählte ein paar kleinere Straßen. Nachdem es in der Nacht bereits mehrmals geregnet hatte, hingen jetzt noch immer schwere Wolken in den Bergen. An der Küste war es sehr flach. Ich verpasste eine Abfahrt und musste länger als geplant auf einer größeren Straße fahren. Ein 620m langer Tunnel gab mir dann den Rest. Nach dem Tunnel musste ich erst einmal Pause machen. Ich trank Saft und aß mein Baguette, welches ich am Vortag gekauft hatte. Der Stadtverkehr nervte einmal mehr, aber ich kam trotz einer nur mäßigen Ausschilderung gut durch das Zentrum. Ich verpasste lediglich die „14“. Die bedeute einen Umweg von zehn Kilometern. Endlich gegen 14 Uhr war ich dann aus dem gröbsten Verkehr raus. Einmal mehr wurde meine Meinung bekräftigt, nicht nach Pusan zu fahren.
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auch nach 40 km war das Wetter schlecht
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einziges Highlight der Stadt: ein gut sortierter Supermarkt
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Ich wählte nun einen noch größeren Umweg um die größeren Straßen und fuhr auf der „25“ nach Norden und dann auf kleineren Straßen durch die Berge. Der Himmel war verhangen und aus den Wolken hätte es jederzeit regnen können. Nach den zwei letzten Bergwertungen wurde es dämmrig und ich musste mich in einem relativ dünn besiedelten Gebiet nach einer Unterkunft umschauen. Es gab etliche Hotels in dieser Ecke, denn der Ausblick auf die Berge war zweifellos sehr sehenswert. Das bedeutete aber auch, dass die Wahrscheinlichkeit geringer war, dass mir ein kostenloses Zimmer gestellt wird. Zu meinem großen Glück sah ich neben einer Apotheke noch eine freie Wiese. Das ist so unwahrscheinlich wie eine Oase in der Wüste, denn wenn Koreaner nicht alles bebaut haben, gibt es Wälder oder Reisfelder - aber zumindest keine freie Wiesenfläche! Um dem des English unkundigen Pharmazeuten mein Vorhaben zu erklären, zeigte ich ihm ein Bild mit meinem Zelt auf Irland. Er verstand mein Problem und meinte, ich soll noch warten bis die Besitzer kommen. Wenig später kam das Ehepaar und erlaubte es mir, ohne weitere Auflagen auf ihrer Wiese zu zelten.



Wenig später war das Zelt aufgebaut und ich aß den Rest meines Baguette und 400 Gramm Fisch aus der Büchse. Ein paar Minuten später klopfte der Besitzer an meinem Zelt und bat mich zu sich rein, damit ich duschen kann und einen PC mit Internet haben sie auch. Das Haus war sehr gepflegt und das Bad sehr sauber. Die beiden bestanden darauf, mit mir TV zu schauen und anschließend die drei dicken Familienalben anzuschauen. Ich hatte heute wieder mehr als 137 Kilometer in den Waden, aber erfreute mich trotz meiner Müdigkeit an ihrer Fürsorge. Besonders aufgedreht war meine Gastgeberin, die mir immer wieder geschälte Äpfel und Weintrauben brachte. Sie arbeitete in einer Bank und er war zu Hause. Sie schienen sehr reich, aber konnten leider kaum englisch. Trotzdem wurde der Abend zu einem der unterhaltsamsten der gesamten Tour. Erst gegen 23 Uhr bin ich in mein Zelt.
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Statistik zum 11ten Tag
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Vormittag
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Nachmittag
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Tageskilometer
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137,42 km
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Gesamtkilometer
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1193,68 km
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Höhenmeter (Gesamt)
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970 m (7946 m) |
maximale Höhe
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234 Meter |
Durchschnittsgeschwindigkeit
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18,5 km/h |
reine Fahrzeit
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7:25:16 h
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Start
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08:20 Uhr
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Ziel
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18:30 Uhr |
TopSpeed
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48,2 km/h
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Temperatur
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19 - 31 °C |
Übernachtung
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auf einer Wiese bei Yangsan
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Übernachtungshöhe
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30 m über NN |
Stärkungen
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viele motivierende Süßigkeiten
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Trinken
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3,0 Liter Wasser
1,5 Liter Saft
1,0 Liter Cider
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Ausgaben
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7 Euro für den Einkauf
2 Euro Weintrauben
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Tag 10 / Tag 12
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